Ein knurriges "Nichts." war die Antwort. Die Botin stand sich selbst im Weg. Sie sehnte sich nach den Armen und der Nähe ihres Mannes - zweifelte aber im gleichen Atemzug daran, dass er sie verstehen würde. Sie war sich des großen unterschiedes bewußt, der die Rasse der menschen von der der Ilythirien trennte.
"Dann eben nicht," fauchte Tha'Risha zurück. Sie war es leid und so gab sie ihrem Pferd die Sporen und zog an der Botin vorbei. Ihr Bein schmerzte und auch die Schulter pochte an der Stelle, wo der Streitkolben sie traf, aber sie ignorierte beides.
Sirgal hielt das Pferd zurück und ließ es langsam über die Brücke schreiten. Die Hände am Zügel zitterten und Tränen standen ihr in den Augen, die dann brennend über ihre Wangen liefen. Sie wischte sie fort, bevor jemand sie sehen konnte. Sie wollte nur noch heim - sich irgendwo verkriechen. Doch advon war sie noch eine reichliche Tagesreise entfernt. Sirgal war die bessere Reiterin, schätzte das Gelände kurz ein und wusste, dass sie Tha'Risha auf dem schmalen, steilen Pfad am Hang nicht überholen konnte. Also ließ sie das Pferd den anstrengenden Aufstieg im Schritt beginnen, was eine knochenharte Anstrengung bedeutete. Ihr verletzter Oberschenkel begann nach kürzester zeit den Dienst zu versagen, und so musste sie mehr Last in den Sattel legen, als ihr lieb war. Scheuerstellen und blaue Flecke würden die Quittung sein. Still und verbissen folgte sie der Halbdrow.
Tha'Risha erblickte die Stadt auf den Schimmernden Höhen. Sie stoppte und rief nach hinten: "Dort werden wir eine..." Die Halbdrow begann im Sattel zu rutschen und ein böser Fluch entfuhr ihr. Sie ließ sich vom Rücken des Pferdes gleiten und als sie den Boden berührte, gab ihr Bein nach. Nur ein fester Griff zum Sattelknauf verhinderte einen Sturz. "Wir werden uns dort ein Gasthaus suchen!"
Er war die strecke zu Fuß gegangen, hinter der Jallil und der Botin. Auch, wenn es anstrengend war, kam kein wort der Klage von ihm. Schliesslich machte er sich seine eigenen Gedanken: Dieser Rivvil würde noch bezahlen. Leider gab es keinerlei Gelegenheit mehr in den Drachenlanden. Aber wenn er eines gelernt hatte, dann zu warten. Und er hatte mehr als genug Zeit.
Selanaya ritt hinter Tha'Ri her. Sie grübelte über das Drachenfest nach. Fest verhüllt in mehrere Schichten Stoff, war sie gut vor der Sonne geschützt. Halb bekam sie das Gespräch von Sirgal und Tha'risha mit, doch sie schob den Eindruck schnell zur Seite. Sie grübelte über ihre Erfahrungen bei M.A.S.H nach. Allerdings ließen sich die Gedanken an Sirgal nicht wegschieben, immer wieder kehrten sie zurück wie ein lästiges Insekt. Zorn und Wut stigen langsam in Selanaya hoch... Gefühle die sie früher gut gekannt, aber völlig verdrängt hatte...
Refardeon eiste ebenfalls mit der Jallil und ihrem Gefolge zurück. Auf fast der gesamten Reise, blieb er ruhig. oOIch wurde hereingelegt. Er hat mein Vertrauen ausgenutzt. Das darf nicht wahr sein. Wie konnte mir so etws passieren?Oo Refardeon versuchte sich in der Mitte des Troß zu halten. Sein Blick fiel auf Sirgal. Ihr Verhalten erinnerte ihn an die Aspiranten im Tempel des Yawgmoth. Es war das Verhalten und der Blick eines Mörders. Nicht das Verhalten eines Kämpfers, sondern das einer Person, welche mordete. Er selbst hatte es schon oft getan. Selbst auf dem Fest der Drachen. Erst rettete er jemanden vor dem Tod um Informationen zu bekommen, dann nahm er seinen Dolch und schnitt ihm die Kehle durch. Niemand konnte Sirgal jetzt wohl besser helfen, als er.
Refardeon versuchte langsam näher an Sirgal zu kommen um mit ihr zu sprechen.
Tha'Risha nahm ihr Pferd an den Zügeln und ging daneben her. "Ich der Stadt werden wir uns ausruhen und erst danach weiter nach Gullminne reiten." Man hörte die Erschöpfung in ihrer Stimme, auch wenn sie es versuchte zu kaschieren.
Xova: Dem Grenzposten näherte sich ein Mann. Allem anschein nach ein Händler mit einer Kraxe auf dem Rücken, schwer bepackt. Um die Kraxe herum hing ein Schild mit einem aufgemaltem Fisch.
Xova: Am Grenzposten angekommen, sah er erst einma etwas verwundert. "Hobe die ehre...i bin da xova aus Eied, ond auf dr suach noch em Hias..." antwortete er ganz wahrheitsgemäß. "Doch z'erschd wär i a mid am Gaschdhaus zfrieda, mo se an Schdammdisch hen."
Xova: Nun war er etwas verwundert." Na herst amol...i red doch vrninfdig. Bei mir dohoam do redn olle normol...Blos dia komische fremdn do ren immr so komisch doher...und wos i wui, hob i doch gsogt...dr hias suach i...ond a Gaschdhaus mid am Schdammdisch." Offensichtlich war er wirklich nur ein Harmloser Bauer, der zuvor noch nie aus seinem dorf rausgekommen war. "Oba dos dia fremdn immr so komisch ren...do isch beschdimmd a dr hias schuld dro..."
"Ach, in ein Gasthaus...Dann sag das doch gleich." Der eine Soldat musste sich ernsthaft beherrschen nicht laut loszulachen. Er sprach betont langsam, damit dieser Fremde ihn auch verstand. "Auf den Schimmernden Höhen ist das nächste Gasthaus. "Zur Klamm" heißt das."
Endlich einmal verstanden sie ihn. Er vermutete für sich, dass Fremde wohl doch etwas langsamer Dachten. "Donk sche...ond wennr dia Hias siekt, noch sogst ma Bschoid, en Ordnong? Er isch gar nedda zom vrfehla: Er hod an zuchthengschd dobei. Ond dia Meirhöfere hodda a gschend...ond dr Klenglbeudl vo onsrm Pforra hodda a asgreimt." Seine empörung über die vorgänge war deutlich zu hören. Aber warum die Fremden so langsam redeten, wollte ihm nicht in den Kopf. "An schena dog no..." Dann machte er sich auf den Weg.