Es war ein einfaches Haus, ganz in der Nähe der Heeresquartiere. Altes Fachwerk, vor sehr langer Zeit von Menschenhand gebaut. Es lag in einer schmalen Seitenstraße am Weg hinauf zum Schloss. Nur ein unscheinbares Schild zeugte von dem, was sich im Haus verbarg... die Kuriosität Sel Tac'Zils.
Izz'dorl kannte das Haus und die Betreiberin schon länger - sie hatte ihr bereits viele der hübschen Kleinigkeiten genäht, die sie im Badegewölbe getragen hatte. Jetzt brachte sie den Kopb hinein und begrüßte die Frau, die dort saß und stickte, zurückhaltend, aber freundlich.
E'lienn sah auf, als sich Schritte und Tapsen des Hundes näherten. Sie legte den Mithrilfaden zur Seite, mit dem sie gerade ein feines Spinnenmuster auf eine schwarze, silberverbrämte Stoffbahn stickte. "Was kann ich diesmal für Euch tun?" fragte sie höflich, als sie Izz'Dorl erkannte.
"Der letzte Kampf war der Kleidung meines... Mannes nicht sehr zuträglich. Könnt ihr das noch flicken?"
E'lienn horchte auf. Sie war also nicht mehr unter Ians hand? Sie besah sich den Schaden. "Den Wappenrock werde ich entsorgen - ihr bekommt einen anderen. Den Gambeson kann ich euch bis morgen reparieren. Was ist mit dem Hemd?" fragte sie.
"Eine Vorlage - er wird weitere zum Wechseln brauchen."
E'lienn nickte. "Das wird ein wenig brauchen. Zur nächsten Woche?"
"Bwael." sie legte ihr Geld auf den Tisch und bekam etwas zurück.
"Was gibt es Neues in Gullminne?" fragte sie dann noch.
"Sie sind dabei, das Sägewerk zu säubern - oben in der Stadt der hundert Türme."
E'lienn ließ bei diesen Worten den Gambeson fallen. "Das Sägewerk?" flüsterte sie tonlos.
"Xas - man hat sich wohl an den Falschen vergriffen. Eine junge Drow kam nach Gullminne. Danach wurde die Säuberungsaktion angesetzt."
E'lienn legte die Kleidung zur seite und nickte. Es brannte ihr unter den Nägeln, hinauszugehen und sich zu überzeugen, was dort geschah... Als Izz'dorl sich dann weig später verabschiedete, warf sie die helle Tunika in die Ecke, die sie getragen hatte, griff nach einem dunklen, weichen Lederhemd und dem Bogen, der über der Tür auf einer Halterung lag. Schnell hatte sie das Haus verlassen und war hinauf auf die Höhen unterwegs.
Er begab sich zum Gewandhaus. Die neue Uniform holen, die es angeblich für die Illythirii gab. "Vendui..." sagte er ruhig, als er die kleine Stube betrat.
An einem kleinen Tisch saß eine Frau, die stickte. Sie sah auf, legte die Handarbeit zur Seite und erhob sich. Sie war ebenso groß wie Mindorl und die langen Haare fielen ihr offen auf den Rücken. Sie verbargen die spitzen Ohren der Nebelelbin. E'lienn kam nach vorn und fragte: "Was kann ich für Euch tun?" Im Schein mehrerer Kerzen schimmerte auf dem kleinen Tisch die silbrige Mithrilstickerei einer mächtigen Spinne auf schwarzem Grund.
E'lienn nickte nur und ging in den hinteren Raum. Sie kam mit schwarzer Kleidung und einer schwarzen Gugel wieder, auf der das Hauszeichen prangte... "Das hier müsste passen."
"Wie dem auch sei...habt dank." Er verneigte sich leicht. Man wusste bei diesem jungen Drow eigentlich nie, was er dachte. Aber im Moment dachte er sich, dass irgendwas an dieser Frau merkwürdig war.
"Nau..." dann verabschiedete er sich. die Uniform war erst einmal ausreichend. Er würde nun sehen, was seine Rekruten in der Zeit zustande gebracht hatten. Er verließ das Gewandhaus, und machte sich auf zu den Heeresquartieren.
E'lienn wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Sie war einsam... Keiner der Dunklen hielt sich lange hier auf, und zu den menschen hatte sie immernoch kaum Zutrauen.
Die zweite Woche war angebrochen - und Dur'yl begleitete Ril'afay zur Gewandmeisterin. Er kannte die Frau vom Sehen, war aber noch nicht hier gewesen. Der junge Soldat öffnete die Tür des kleinen Ladens und ließ Ril'afay eintreten...
Ril'afay tastete sich in das innere des Ladens und behielt den Schleier unten. Irgendwie war es dort sehr hell. Sie drehte dem Fenster den Rücken zu um besser sehen zu können. "Warum meintest du das es besser sei es nicht zu wissen?" fragte sie Dur'yl leise, während sie auf die Schneiderin wartete.