Sirgal hatte die kleinen Pferd so weit, dass man unter der Panade der morgendlichen Schlammschlacht wieder erkennen konnte, ob männlein oder weiblein, und auch die Fellfarbe war wieder sichtbar. Neben ihr auf dem Boden lag - nach fünf Pferden - ein fast kniehoher Fellhaufen.
Aiwe schmunzelte und besah sich das ganze. sie ritt neben die Koppel, legte lässig ihr bein über den wiederrist und kauerte so im halben Damensitz auf die Oberschenkel aufgestützt im Sattel.
Sirgal war dabei, ihre eigen Stute zu putzen, die insgesamt etwas besser im Fell aussah und dunkle Futterringe hatte. Sie war muskulöser, als die anderen Tiere, die aber insgesamt alle jünger waren.
Die fünf waren von unterscheidlichstem Wesen, aber allesamt intelligent und wach. Der keine Schimmel war eindeutig der niederste der Anwesenden. Die Fuchsstute eine echte Stoikerin, die so schnell nichts aus der Ruhe brachte - neben ihr hätte man ein Magierduell halten können, die hätte nicht mit dem Ohr gezuckt. Der Windfarbene hielt sich etwas abseits, wohingegen die beiden schwarzen sich gerade derbst in der Wolle lagen. "EY!" brüllte Sirgal und mißmutig trennten sich die beiden.
Sie schmunzelte noch immer und sah dem haufen Pferde genau zu. beobachtete was sie taten und sah jedem von ihnen, so sie es von da aus konnte, in die Augen.
Der Schimmel war von einfachem Gemüt, ruhig und still in seinem Wesen bis hin zu einer gewissen Schreckhaftigkeit durch seine Unterwürfigkeit. Er hatte keinen Namen und wurde nur 'Schimmel' gerufen. Die rote Stute gern mal aufmüpfig und stur, aber nicht aus der Fassung zu bringen. Sie hörte auf den Kosenamen 'Hesting', was so viel wie Pferdchen hieß. Die schwarzen, ein Wallach und eine Stute, waren etwas größer und kräftiger als die anderen. Ihre Augen zeugten von wachem Geist und klarem Verstand. Die Stute hatte einen verborgenen weißen Halbmond unter dem dichten Schopf. Er hörte auf 'Blakkur', was schlicht 'Schwarzer' hieß, sie auf 'Tungla', was 'Mond' bedeutete. Nur dem Windfarbenen konnte sie nicht ins Gesicht sehen.
Sie beobachtete weiter und wartete darauf das Sirgal so weit war. leicht gelangweilt klaubte sie einen apfel aus der satteltasche.. etwas ungelenk wie es aussah aber schließlich biss sie herzhaft hinein das es nur so knackte.
Zwei Paar dunkler Augen fixierten sie sofort - von Sirgals Ardanwen und der anderen schwarze Stute. Nach und nach spitzten auch die anderen die Ohren - bis auf den abseits stehenden.
Sie wiegte den Kopf und betrachtete sich, in den Apfel beißend die Horde. sie zuckte mit der Schulter. Unschlüssig rutschte sie vom Pferd und landete auf einem Bein. Ruhig und bemessen kam sie zum Zaun und band dort ihren Grauen an. Mit ein Paar Karotten hinten im Gürtel steckend ging sie in die Koppel und lief etwas mehr richtung Mitte beobachtetnd was geschah. Was ein ungeübtes Auge nicht sehen konnte war für Sirgal nur zu deutlich. Aiwe hatte vor kurzem Verletzungen davon getragen ihr Gangbild war nicht sauber. Auch ihre Haltung war nicht sauber.
Die Botin runzelte die Stirn, sagte aber nichts. Der Schwarze war ruppig - sie würde Probleme bekommen... und der Windfarbene war ein Kapitel für sich.
Sirgal ging Aiwe nach, hielt sich aber auf Abstand, um ihr die Chance zu lassen die Pferde zu erleben. Die Botin war auf dem Sprung - denn der Windfarbene konnte sehr böse sein...
Aiwe löste ein dünnes bündel vom Gürtel das schwarz, weiß und rot gemustertw ar. es hatte einen Ring am einen und eine lederklatsche am anderen ende. das Steife seilchen hielt sie in einer Behandschuhten Hand und sah sich die Pferde an. sie schnalzte und Pfiff, sie rufend drehte ihnen einladend die Schulter zu.
Bis auf den einen sahen alle sie mit einem riesengroßen Fragezeichen zwischen den Ohren an. Sie kannten kein Spiel. Nur die Fuchsstute kam - einen großen Bogen um die Rappen und den Einzelnen machend - von der anderen Seite auf die Fremde zu und reckte ganz langsam den Hals in Richtung des hinteren Gürtels, dorthin, wo die Möhren Steckten.