Viel war es nicht. Bis auf das Pergament gab es nichts brauchbares. 'Die Wacht'...Was konnte damit nur gemeint sein? Es hörte sich wie ein Name oder ein Passwort an, nicht wie ein Zeitpunkt. "Weiter...und seid vorsichtig. Wir werden garantiert auch weiterhin verfolgt. Und ich habe nicht vor, noch mehr Leute zu verlieren." Das Pergament wurde verstaut, ebenso wie die Münzen. Dann wurde die Ausrüstung der beiden gefallenen Soldaten verteilt und die Waffen der Söldner unbrauchbar gemacht. Anschließend machte sich der Trupp weiter gen goldene Stadt, wobei nun auch darauf geachtet wurde, ob ihnen jemand folgte. Und ehe er nicht auf eine Abteilung Sel'Tac'Ziler soldaten traf, würde er sich auch nicht sicher fühlen.
Bald kam die Goldene Stadt in Sicht. Die erste Etappe des Rückweges war fast geschafft.
In der Goldenen Stadt angekommen wurde wieder ein sicheres Quartier am Stadtrand aufgesucht.. Er und seine Leute waren darauf bedacht, dass ihnen niemand folgte. In Sicherheit waren sie aber noch lange nicht, und so machte er sich darüber Gedanken, wie der Rückweg zu verkürzen sei, ohne allzusehr angreifbar zu sein. Darüber hinaus dachte er noch über das Pergament nach. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er 'Die Wacht' für selbsternannte 'Hüter des Guten und des Lichts' halten. Passen würde der Name dazu.
Den Verwundeten wurde Gelegenheit gegeben, sich zu erholen, während er andere, die leichter Verletzt waren, damit beauftragte, sich unauffällig um eine Transportmöglichkeit zu kümmern. Sie sollten aber darauf achten, dass sie nicht verfolgt wurden. Im Moment war der Trupp angeschlagen und Verwundbar. Von hier aus war es nicht weit bis zur Grenze.
Der Wirt begrüßte die Gäste ausgiebig und scheuchte sein Personal, es ihnen so angenehm wie möglich zu machen.
Den Eintopf brachte er selbst :"Herr, verzeiht, aber ihr scheint viel erlebt zu haben... und nicht nur gutes, wenn ihr mir die Vermutung erlaubt und ich euch und euren Trupp so betrachte." Er war freundlich. "Braucht ihr noch was?"
Der Wirt war etwas zu neugierig. "wir sind soweit versorgt. Bel'la dos." antwortete er in neutralem Tonfall. Dann wandte er sich an seine Leute "Udos orn sevir wun quen klew'kinn"*. Ein wenig ausruhen. Sobald sie die Grenze erreicht hatten, würden sie eine Nachricht losschicken. Vorher war es einfach zu riskant.
Er gönnte seinem Trupp und auch sich selbst die dringend benötigte Ruhe. Desweiteren kehrten die Kundschafter zurück: Mit dem Geld, dass sie den Söldnern abgenommen hatten, hatte einer von ihnen ein Fuhrwerk organisiert. Nicht sehr schnell, aber man würde die schwerer Verwundeten damit wesentlich rascher transportieren können.
Anschließend wurden die Vorbereitungen für den Aufbruch getroffen. Mit dem übrigen Geld der Söldner und den Worten "Im Zweifelsfall habt ihr uns nicht gesehen" wurde die Zeche bezahlt, wobei noch ein wenig oben drauf gelegt wurde. Draußen richtete er wieder das Wort an seine Leute "Tlu kyone. Usstan xun naut ssinssrin jalkhel ulu flohlu udossa. Usstan xun naut ssinssrin ulu loose jala mzild Glennen."* Langsam verließ das Fuhrwerk anschließend die Goldene Stadt und Fuhr Richtung Grenze, Alle an Bord waren wachsam, und immer auf eventuelle Verfolger bedacht. Ein Fakto, den er bisher ein wenig unterschätzt hatte. Schließlich musste er jetzt davon ausgehen, dass die Aufständischen zumindest von seinem Trupp wussten.
*= Seid vorsichtig. Ich will nicht, dass uns jemand folgt. Ich will nicht noch mehr Leute verlieren.
Es waren ungewöhnlich viele Tiere unterwegs und ab und an kreuzte eine Handelstruppe ihren Weg. Tja, aber Mindorl und der rest erreichten die Grenze ohne Zwischenfälle und auch ohne eine Idee, was "die Wacht" sein könnte.
"Vendui. Sargtlin Mindorl. Wir wurden auf der anderen Seite der Goldenen Stadt angegriffen. Dabei wurden einige meiner Leute ernsthaft verwundet. Eine erste Versorgung fand bereits statt, aber ich würde es begrüßen, wenn euer Launim sich die Verletzten einmal ansehen würde." sagte er in respektvollem Tonfall zu dem Wachhabenden. Der konnte nicht wissen, dass er eigentlich einen Sut'Rinos vor sich hatte. " Desweiteren: Verfügt dieser Grenzposten über Brieftauben?"
"Ich müsste eine davon nach Gulminne schicken. Desweiteren: Seid bei euren Patroullien vorsichtig. Unsere Angreifer hatten magische Unterstützung. Gab es in dieser Richtung in letzter Zeit ungewöhnliche Vorkommnisse?"
"HIer war es in letzter Zeit sehr ruhig. Nur die üblichen Händler. Die Tauben befinden sich hinter dem Wachhaus, oben im Stall. Wenn Ihr Schreibzeug braucht, bedient euch."
Er hörte zu "Bel'la dos. Seid trotzdem vorsichtig. Man kann nie wissen." Dann betrat er die Wachstube, nahm sich etwas Papier und Schreibzeug und setzte ein Schriftstück in seiner Muttersprache und Schrift auf: "An Ust'Sut'Rinos Khyl'lian Jabbuk, ich befinde mich mit meinen Männern auf dem Rückweg nach Gulminne. Auf diesem Weg teile ich euch grob die Beobachtungen mit, von denen ihr, denke ich, so schnell wie möglich Kenntnis erhalten solltet. Ein detaillierter Bericht wird nach meiner Rückkehr erfolgen. Meine Leute und ich haben den Grund für die fehlenden Berichte aus Castlewood herausgefunden: Es gibt keine Garnison mehr, die Berichte schicken kann. Wir haben zerstörte Posten gesehen, und auf der Festung fehlt das Banner des Reiches. Übergriffe auf Sel'Tac'Ziler Gebiet können nicht ausgeschlossen werden, da auf meine Männer und mich während der Rückreise ein Angriff in unmittelbarer Nähe der Goldenen Stadt erfolgt ist. Gezeichnet Mindorl Sel'Tac'Zil ultrin." Dann rollte er die Nachricht zusammen, legte sie in eine Kapsel, versiegelte diese und ging zu den Taubenschlägen, wo er die Nachricht am Bein eines der Vögel befestigte und diesen dann Richtung Gulminne fliegen ließ. Er sah dem Tier noch ein wenig nach, bevor er nach unten ging und sich bei dem Heiler nach dem Befinden seiner Verletzten erkundigte.