Amira lächelt Sirgal warm zu. Sie selbst sieht zwar immer noch ziemlich geschafft aus, würde jedoch nicht aus den Latschen kippen, wenn sie es nicht übertreiben würde. Dann legt sie Allister eine Hand auf die Schulter.
"Ich geh' mich nützlich machen.", klingt daraufhin ihre Stimme in seinem Geist, "Bitte sag' Kyrillas ein Danke von mir, wenn Du ihn vor mir siehst.
Dann verlässt sie die beiden, da sie nicht stören wollte. Ausserdem hat sie das Gefühl, dass das Schwindelgefühl nachlässt, wenn sie etwas zu tun hat. Amira sieht sich um und dann auf ihre Hände- völlig verschrammt und verrissen; damit würde sie bei den Aufräumarbeiten kaum helfen können...Wahrscheinlich würde man sie eh daran hindern, das Lazarett überhaupt zu verlassen, bis es andere Anweisungen von oben gab. Daher macht sie nun in diesem die Runde und geht den Heilern zur Hand, so gut es ihr in derzeitigen Zustand möglich ist.
Ihr Weg führt sie auch an das Bett eines Mannes, der nach wie vor im Fieber liegt. Sein Bein sieht sehr schlimm aus und Amira ist sich ziemlich sicher, dass man es nicht mehr würde retten können. "Wie ist sein Name?", fragt sie den Heiler, der gerade am Nebenbett zu Gange ist. "Falk, glaube ich. Sicher bin ich mir aber nicht.", kommt die gemurmelte Antwort. Amira sieht wieder auf die Gestalt herunter und ihr Groll auf das Drachenvieh wächst abermals ein gutes Stück mehr. Mit einer vorsichtigen Bewegung legt sie eine kalte Kompresse auf die Stirn des Mannes und flösst ihm sacht ein fiebersenkendes Mittel ein. Sie strahlt eine immense Ruhe aus und summt eine leise, sanfte Melodie vor sich hin...
"An... meinen Ma... Partner." sagte Sirgal noch immer verlegen. "Kar'Yann weckt mich gelegentlich auf diese Weise, sollte ich nicht vor ihm wach und auf den Beinen sein." Sie richtete sich auf und zog die Decke um sich, leicht fröstelnd und unbehaglich. Mit einer fahrigen Geste strich sie sich das Stroh auf dem Kopf glatt - Sirgal wusste nicht, inwieweit sie das noch würde wieder hinbekommen. Außerdem fühlte sie sich schmutzig und so gar nicht salonfähig.
Mit unsicherer Hand wischte der fiebrige Mann das Tuch von seinem Kopf und murmelte wirre Worte, die kaum verständlich waren. Es ging um Krieg und Tod, um Kameraden und den Wunsch, dem für immer zu entkommen...
Mit einer sanften Berührung streicht Amira dem Soldaten über die heisse Stirn und deponiert die Kompresse erneut. "...Das muss draufbleiben...", raunt sie ihm leise zu, "Wir müssen die Temperatur senken, damit Ihr Euch bald wieder besser fühlen könnt, hört Ihr Falk?..."
Ihr Blick ruht auf dem Mann. Sie hofft für ihn, dass er noch nicht aufgegeben hatte. Denn wenn ihn sein Fieber nicht umbrachte, dann würde es die Resignation tun- solche Fälle kannte Amira zur Genüge. Da es für den Moment noch nichts weiter für sie zu tun gibt und Viktor immer noch tief und fest schlief, beschliesst sie eine Weile bei Falk zu bleiben; vielleicht würde es ihm ja helfen, wenn er spürte, dass jemand über ihn wachte. Noch wagt sie es nicht nach seinem Geist zu greifen- dafür war sie noch nicht ausreichend regeneriert. "Ihr seid in Sicherheit, Falk.", schickt sie stattdessen einen von einem angenehmen Gefühl begleiteten Gedanken aus und beginnt dann wieder leise vor sich hin zu summen...
Ein Blick aus glasigen Augen trifft Amira, der sie aber nicht erkennt oder gar wahrnimmt. Suchend, blicklos und ohne Ziel irrt sein Blick herum. Leise stöhnend, will er sich aufrichten...
"Ruhig...ganz ruhig, mein Freund...", redet sie mit leiser Stimme auf ihn ein und drückt ihn sanft ins Kissen zurück. Innerlich flucht sie, da sie dabei ihre geprellte Rippenpartie falsch belastet. "...Es ist alles in Ordnung...Ihr seid nicht allein...", fügt sie hinzu und streicht ihm wieder sanft über das Gesicht...
Er beginnt unter ihrer Hand zu zittern. Seine haut ist glühend heiß. Bei allem, was er tut, bewegt er ausschließlich den Oberkörper - niemals die Beine.
"Er ist gelähmt.", schiesst es ihr durch den Kopf, als sie realisiert, dass der Verletzte vor ihr bei all seiner Unruhe nicht ein einziges Mal seine Beine bewegt. Was ihr im Moment jedoch mehr Sorge bereitet, ist seine Temperatur. Abermals streicht sie über seine Wange, will ihn spüren lassen, dass er nicht allein gelassen worden war. "Könnt Ihr mich hören, Falk?", fragt sie sanft, erwartet in Anbetracht der Umstände jedoch keine Antwort.
Amira verdreht den Kopf nach dem Heiler von vorhin, welcher sich nun gerade dem nächsten Patienten widmen wollte. Mit einem Blick bedeutet sie ihm zu ihr zu kommen. "Wie sehen seine Wunden aus und was sind seine genauen Verletzungen?", fragt Amira den Feldscher ohne den Blick von dem Körper vor sich zu nehmen.
"Vermuten ist gut.", antwortet sie und deutet auf den Mann, der sich nach wie vor unruhig verhält, die Beine jedoch nicht bewegt. Sie seufzt traurig. "Wir müssen das Fieber irgendwie runter kriegen, sonst wird er die kommende Nacht nicht erleben, denke ich.", fährt sie bedeutend leiser fort und überlegt kurz.
"Hat es letzte Nacht geschneit? Oder liegt draussen noch was von dem Hagel?", fragt sie und in ihrem Blick ist deutlich etwas von Kampfgeist zu erkennen, "Wir brauchen Eis...das könnte klappen...Saubere Tücher mit Eis oder Schnee gefüllt- schnell!"
Der heiler runzelt die Stirn, kann ihrem gedankengang aber folgen. "Einen Versuch ist es allemal wert." Er schickt ein paar Helfer hinaus, Schnee in Tüchern zu bringen. Wenig später kommt eine Kette und bringt nach und nach von dem frisch gefallenen Schnee. "Was nun, Lady Amira?" fragt ein junger Rekrut, der mit einem Verband am Bein da steht und ein Tuch, prall voll Schnee hält.
"Danke- und hört bitte auf mich 'Lady' zu nennen.", antwortet sie mit einem schiefen Grinsen. Amira nimmt ihm das Tuch aus der Hand und wickelt das Bündel in ein weiteres Tuch, damit es nicht gleich alles auseinander läuft. Dieses erste Pack legt sie dem Verletzten vorsichtig in den Nacken. Zwei weitere Pakete kommen sauber auf Brust und Bauch und darüber wieder die Bettdecke zwecks Isolation; die inzwischen warme Kompresse auf der Stirn wird gegen ein kleineres Schneebündel ausgetauscht. "Gut- der Nachteil ist, dass hinterher alles nass ist, aber wenn wir ihn so davor bewahren können innerlich zu verkochen, ist es das allemal wert.", findet sie.
"Wie sehen die Wunden inzwischen aus?", fragt sie den Heiler weiter aus, "Wann wurden die Verbände das letzte Mal erneuert?"
"Heute in der Frühe. Aber wir mussten den Alchemisten erst einmal schlafen schicken. Er war zu keiner überlegten Handlung mehr fähig nach der Nacht. Wir sollten ihm zunächst keine Tränke mehr geben - der Mann hat schon viel erhalten." Er sah zu dem Lieutenant hinüber. "Es sieht wohl schlecht aus."
Sie zieht den Schemel näher an das Bett und fühlt immer wieder die Temperatur des Mannes. "Dann bleibt für den Moment nur hoffen, dass es funktioniert.", meint Amira und sieht den Heiler direkt an, "Ich gehe mal davon aus, dass die Entzündung bereits fortgeschritten ist- welche Möglichkeiten, abgesehen von einer Amputation- wurden noch nicht in Betracht gezogen?"
Kyrillas geht durch die Strassen. Den Kragen des Mantels hochgeschlagen und die Hände in den Taschen vergraben. Der Grabenkämpferumhang ist bestens für solches Wetter.
Erst ein Frostdrache und dann auch noch Schnee, was kommt wohl als nächstes? Und wo soll ich überhaupt Hjordis finden? Hier hat zur Zeit keiner ne Ahnung wo irgendwas..
Die Laune des Grabenkämpfer ist nicht gerade die beste, aber auf der andern Seite ist er froh das er nicht einen Aufräumkommando zugeteilt wurde.
Der Alchemisten schlief tief und fest. Die Heiler hatten ihn irgendwann ins bett geschickt, obwohl er daruf bestanden hatte auf zu bleiben und sich um jene zu kümmern, die seine Hilfe nötig hatten. Kaum hatte er sich hingelegt war er auch schon eingeschlafen und wahrscheindlich würde man ihn auch nicht so schnell wecken können - Im Falle des Falles würde er wohl aufstehen, wenn man ihn den brauchte